Spielregeln: Die Geschichte wird jede Woche Sonntags fortgesetzt. Da es phantastische Elemente gibt, habe ich ein Wörterbuch (unter dem Foto über diesem Artikel!!!) eingerichtet, in dem alle “speziellen” Worte übersetzt werden und man so mein Märchen ohne Probleme genießen kann.
p.s.: Wenn jemand Lust hat, mit zu schreiben, eine Figur weiter zu entwickeln, ist er/sie herzlich eingeladen. Es ist gewünscht, diese Geschichte als eine Art offene Geschichte zu begreifen und zu erweitern!
Für die Hörversion müsst Ihr hier klicken! (auch als Download!)
Viel Spaß!
Kapitel IV
Am nächsten Morgen hatte das Mädelchen eine gehörige Katze. Trotzdem fühlte sie sich bei Leibe nicht schlecht, im Gegenteil, sie war frohen Mutes und begierig, den „Herzensweit“ zu erklimmen. Die Freunde hatten ihr Beistand versprochen, warum sollte es also nicht gelingen? Und Hilfe konnte sie gebrauchen: Man erzählte sich so einiges über diesen geheimnisvollen Ort: Vor allem brauche es 4 Dinge: lose Treter, ein paar getrocknete Käfer als Proviant, Glimmis – und einen speziellen Drüsenanzug für einen Brückenlosen Schlund! Der Hügel prangte unweit vor den Toren des Staates. Des weiteren sagte man vom „Herzensweit“, dass es einen unglaublich legendären blauen Weg geben würde. Selbst die „ExOpiTanten“ hatten im Sommer 669 einen Staaten weiten Hit über diesen ungemein legendären blauen Weg. Der führte entlang eines Gesümpfes, in dem die Gräser rappen würden und dort würde es geistern und so weiteres, ganz Furcht einflößende Dinge jedenfalls, ungezählte, man kann sie gar nicht, ohne zu nerven, aufzählen und natürlich hatten viele den Aufstieg vorzeitig abgebrochen. Auch die kleinsten Schwächlinge… Doch hielt unsere Heldin weiter daran fest, denn irgendetwas in ihr war sicher, dass die Base ihr einen guten Rat geben konnte.
Lizzy hatte sich bereit erklärt, unserer Heldin ihre losen Treter zu leihen. Sie hatte sie beim „Wettjodeln“ gewonnen, eine Disziplin, in der Lizzy schon immer die beste im Staat war. Die Treter passten dem Mädel, da Lizzy und sie so ziemlich die gleiche Treterkürze hatten. Scholle hatte heimlich den Drüsenanzug seines Vaters aus dem Schnarchzimmerkasten genommen und ihn unserer Heldin gegeben, nicht ohne ihr vorher viele Anweisungen und Vorsichtsmaßregeln mit auf den Weg zu geben, und sie versprach, sehr gut darauf auf zu passen. Und Blunz bot an, das Mädelchen bis zum Fuße des Hügels zu wackeln, denn er hatte schon einen Wackelbrief. Als sie den Freunden mitteilte, sie würde den Aufstieg alleine wagen, wollten die Freunde mit ihr argumentieren, aber schließlich ließen sie sie doch gewähren. Die Eltern jedoch wurden nicht über die Reise informiert, zu sehr rechnete unsere Heldin damit, dass man sie zurückhalten würde.
Am Tor angekommen, fragte der zuständige Torwart nach dem Grund für die Reise der beiden Zehnies. Sie gaben die Wahrheit zur Antwort, woraufhin dem Torwart etwas mulmig zumute wurde und auch er wollte davon abraten. Schließlich befürchtete er, dass er sich im Falle, dass den beiden etwas zustoßen würde, sich mitschuldig an einem Vergehen machen würde. Gegen die Herausgabe eines Sonderheftes des „Superwutzes“, einer populären Skizzenleserlefigur, die Blunz immer bei sich trug, ließ sich der Aufpasser aber dann doch überzeugen und er hob die Schranken und die beiden wackelten aus dem Staat.
Auf der Wackelei sprachen Blunz und das Mädel kaum ein Wort, irgendetwas war komisch zwischen ihnen. Dem Mädel war es auf einmal so schüchtern um´s Herz, dass sie keinen vernünftigen Satz denken konnte, und Blunz kam nichts, was er sagen wollte, interessant genug vor, weshalb auch er schwieg. Schließlich waren sie am Fuße des Hügels, beim blauen Weg, ange-kommen.
„So,“, meinte Blunz zaghaft, „da wären wir.“
„Ja, jetzt muss ich wohl alleine weiter.“
„Hast Du alles?“ Blunz wurde sehr nervös, seine Hände waren auf einmal ganz feucht.
„Ich denke… kannst Du mir bei dem Drüsenanzug helfen?“
Sie gingen zum Taschenraum des Fahrgerätes und holten die verstauten Sachen heraus. Es gestaltete sich schwierig, den Anzug anzuziehen, er war recht schwer und umständlich viele Gürtel waren an ihm angebracht. Es gelang dann aber doch. Den Rest der Sachen verpackte unsere Heldin in ihren Knopfbecher.
„Ich werde hier auf Dich warten! Das meißel ich in Stein.“, platze es aus Blunzen heraus, denn das hatte er sich auf der Fahrt vorgenommen.
„Und ich werde bald zurück sein! Das kannst Du gleich mitmeißeln.“, gab das Mädchen lächelnd zurück und es schien ihr, als fehle noch etwas.
„Aber, wenn Du morgen nicht zurück bist, komme ich und suche Dich!“
„Keine Falten! Ich werde aufpassen!“
Und so ging das Mädelchen den blauen Weg entlang. Blunz schaute ihr so lange nach, bis sie verschwunden war, dann kramte er aus dem Taschenraum ein „Superwutz“-Heft heraus und vertrieb sich so die Zeit.
Unsere Heldin war schon ein gutes Stück gegangen, da tauchten rechts und links von ihr die Gesümpfe auf. Es war bis dahin ganz ruhig gewesen, doch plötzlich hörte sie laut und deutlich ein Wimmern und Schluchzen. Kurz überlegte sie, ob sie den Geräuschen nachgehen sollte, aber sie war fest entschlossen, nicht vom Wege ab zu kommen. Nach und nach kamen immer mehr Stimmen aus den Gesümpfen und sie schienen sich zu streiten.
„Jetzt jammert der Lacklachs, schaut ihn Euch an!“
„Ja, so ein nichts würdiger, überflüssiger Tapetentiger“
„So kurz wie Du bist, so ein Weichweib bist Du auch“
Unserer Heldin wurde immer mulmiger um´s Herz. Doch behielt sie ihr Ziel weiterhin fest im Auge. Plötzlich aber schienen die Stimmen sie an zu sprechen.
„Na, schau mal an, was ist das denn für eine!“
„Siehste, so kurz bist Du auch!“ Ein blödes Gekichere schallte von rechts, während das Schluchzen und Weinen immer größer zu werden schien. Und, merkwürdigerweise, mischten sich unter diesen Lärm auch einige deutlich zu hörenden Papageienschreie.
„Wo die wohl hin will?“
„Die will sich die Schlucht runter stürzen, so kurz wie die ist.“
Das Mädelchen dachte an die Drüsen und überlegte, ob sie sie jetzt schon einsetzen sollte. Doch war der Anzug dazu gedacht, den Brückenlosen Schlund zu überqueren, der hinter dem Gesümpfe lag und die Drüsen reichten nicht lange. Für den Abstieg brauchte sie schließlich auch noch deren Hilfe. Da kamen ihr die getrockneten Käfer in den Sinn. Vielleicht, dass man die Gräser damit ablenken könnte. Sie kramte sie aus ihrer Knopftasche und warf einige nach rechts, andere nach links.
„Iih, was ist das denn?“
„Seit Äonen sind Käfer bei uns verboten. So eine himmelschreiende Schweinerei!“
Das Mädchen beschleunigte ihre Schritte und versuchte nicht weiter an die Stimmen zu denken, als auf einmal eine riesige Gestalt sich vor ihr in den Weg stellte.